"La Línea - Der Traum vom besseren Leben"

Jugendstück ab 12 Jahren

Fassung und Regie: Julia-Huda Nahas
Bühne und Kostüm: Jutta Bornemann
Musik: Dominic Baumann
Dramaturgie: Sebastian Zarzutzki
Mit Christoph Bahr, Kathrin Berg, Petra Kalkutschke, Richard Lingscheidt


„Das Entscheidende ist, über die Grenze zu kommen. Wenn die Geschichten stimmen, dann steht uns das Schlimmste noch bevor. Aber wenn wir alle zusammenhalten… sobald wir die Grenze überquert haben, wird es besser. Dann wird alles anders werden.“

Der Fluchtkorridor Mexikos zählt zu den gefährlichsten und meistfrequentierten Migrationsrouten der Welt. Das Einzelschicksal zweier Teenager, zwischen dem mexikanischen Süden und dem verheißungsvollen Versprechen, das sich Amerika nennt, erscheint auf den ersten Blick banal. Aber während unsere Gesellschaft darum ringt, wie 'man mit der Flüchtlingskrise umgehen soll‘, gerät in Vergessenheit: Gesellschaft ist kein abstraktes Gebilde. Sie konstituiert sich aus den einzelnen Individuen, die in ihr leben. Unterschiedliche Persönlichkeiten, mit ganz privaten und intimen Gedanken. Ausgehend von dem globalen Diskurs, konzentriert sich diese Inszenierung auf ein solches - individuelles - Schicksal.  

 

Miguel möchte San Jacinto verlassen. Seine Eltern haben das auch getan. Sie haben ihn und seine 13 Jahre alte Schwester vor sechs Jahren, elf Monaten und zwölf Tagen bei ihrer Großmutter zurückgelassen, um ein besseres Leben zu starten. Ihre Kinder wollten sie, sobald es möglich ist, nachkommen lassen. Seitdem träumt Miguel davon, ihnen in die USA zu folgen. Er weiß, dass der Weg nicht einfach ist, denn die Reise über die Grenze zwischen Mexiko und den USA, ist voller Gefahren. Da wäre es sicher schwer genug, allein am Leben zu bleiben, aber mit der kleinen Schwester im Schlepptau, scheint es fast unmöglich. Als ihnen das Geld geklaut wird, bleibt nur eine letzte Hoffnung: Der „mata gente“, der Todeszug. 

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Presse:

 

(05.03.2019, Neuss Grevenbroicher Zeitung) Natürlich geht es um die Mauer. Ohne dass sie erwähnt wird, spielt Donald Trumps Grenzwall zur Abschottung von Mittelamerika die Hauptrolle in dem neuen Jugendstück des RLT. (...)

In Neuss hat die junge Regisseurin Julia-Huda Nahas das Buch zu einem 70-minütigen Bühnenspiel umgearbeitet. Und eine „Meta-Ebene“ hinzu gefügt, auf der die Auslöser für das Massenphänomen Migration erläutert werden. Denn „alle zwei Sekunden wird ein Mensch auf der Welt zur Flucht gezwungen“. Die Schauspieler Christoph Bahr und Petra Kalkutschke sind aber auch zynische Beobachter des Geschehens. „Survival oft he fittest“ funktioniert hier nicht, denn gerade auf die Fitten, die Gesunden, warten brutale Organhändler. (...)

 

In den Hauptrollen des Stücks stehen Kathrin Berg und Richard Lingscheidt auf der Studiobühne. Dort hat Jutta Borneman (Bühne und Kostüme) einen mächtigen roten Schlagbaum aufgebaut. Das drehbare Ungetüm dient Miguel und Elena in ihrem mexikanischen Heimatort zunächst als Wippe zum Spielen. Später (...) wird aus dem roten Grenzbalken eine Kompassnadel, die den Weg durch die Wüste Arizonas anzeigt: nach Kalifornien biegt man links, nach New York rechts ab. So einfach ist es dann doch nicht. Aber das Spiel der vier Akteure, darunter Bahr und Kalkutsche in verschiedenen Rollen, hält die Spannung bis zum Ende.

© 2018 by Julia-Huda Nahas

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